Stadtentwicklung. Mehr als die Neue Mitte.

Die Stadt Geretsried wird in den kommenden Jahren durch zukunftsweisende Entwicklungen geprägt, nicht nur im Zentrum. Insbesondere die Anbindung an das S-Bahn-Netz München und die Verlegung der Bundesstraße 11 sind für die Stadt Chance und Herausforderung zugleich. Wohnen und Infrastruktur sind die zentralen Aufgaben der Stadtentwicklung. Die bereits jetzt hohe Nachfrage nach zusätzlichem Wohnraum wird sich weiter erhöhen, zugleich wächst Geretsried als Wirtschaftsstandort. Weitere Flächen werden notwendig.

Für die Entwicklung unserer Stadt braucht es nicht nur deswegen Entscheidungen mit Weitsicht.

Das Interkommunale Hallenbad.

Der Neubau des Hallenbades wird notwendigen Ersatz für das mittlerweile über 40 Jahre alte Hallenbad an der Jahnstraße schaffen. Mit der Grundsatzentscheidung von insgesamt sieben Kommunen sowie des Landkreises, das Projekt in interkommunaler Zusammenarbeit zu betreiben, wurde 2016 ein Meilenstein erreicht. Die Bauarbeiten für das neue interkommunale Hallenbad haben in der ersten Jahreshälfte 2018 begonnen und werden im Herbst 2020 abgeschlossen sein.

Die B11-Verlegung.

Die aktuelle B11 begrenzt das bestehende Stadtzentrum Richtung Westen. Eine Verlegung ermöglicht neben der Bündelung der Verkehrswege – B11 und S7 – die Schaffung eines neuen Stadtquartiers auf der Böhmwiese. Die frei werdenden Flächen können für die Erweiterung der Neuen Mitte genutzt werden, das künftige Zentrum wird nicht durch die Bundesstraße getrennt. Es wächst zusammen. Mit der Aufnahme der B11-Verlegung in den Bundesverkehrswegeplan und der Klassifizierung als vordringlichem Bedarf ist das Projekt in greifbare Nähe gerückt. Der nächste Schritt ist nun der Einstieg in das Planfeststellungsverfahren.

Die S-Bahn-Anbindung.

Ebenso wie die Verlegung der B11 spielt auch die Verlängerung der Münchner S-Bahn von Wolfratshausen nach Geretsried eine zentrale Rolle für die Weiterentwicklung unserer Stadt. Insgesamt drei Haltestellen werden den Ortsteil Gelting, die Neue Mitte und Geretsried Süd direkt mit der Landeshauptstadt verbinden. Tausende Menschen pendeln täglich in diese Richtung. Für sie ist die geplante S-Bahn-Verlängerung eine erhebliche Erleichterung. Auch Straßen und Umwelt werden durch eine Anbindung deutlich entlastet.

Im Jahr 2011 wurde das Planfeststellungsverfahren für die Verlängerung eröffnet. Im Rahmen des Verfahrens waren Umplanungen im Bereich Bahnhof Wolfratshausen notwendig, die mittlerweile abgeschlossen sind, wodurch das Planfeststellungsverfahren fortgeführt werden kann. Erhält die Bahn an dessen Ende Baurecht, könnte 2024 mit dem Bau begonnen werden. Eine Inbetriebnahme wäre dadurch im Jahr 2028 möglich.

Alle wichtigen Informationen zur S-Bahnverlängerung nach Geretsried finden Sie hier.

Das Geretsrieder Modell. Bezahlbarer Wohnraum an der Banater Straße.

Auf dem 4,7 ha großen Grundstück zwischen Banater Straße und Elbestraße (ehemals Lorenzareal) wird, durch Umwidmung des Sondergebietes Einzelhandel in ein allgemeines Wohngebiet, ein innovatives Stadtquartier mit ca. 750 Wohnungen geplant.

Das neue urbane Quartier schafft nicht nur Wohnraum für ca. 1.700 Menschen, sondern auch dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum für untere und mittlere Einkommenssegmente. Für eine vielfältige Quartiersstruktur ist vorgesehen, dass 30 % im geförderten Mietwohnungsbau, 30 % im frei finanzierten Mietwohnungsbau und 40 % als Eigentumswohnungen realisiert werden. Dabei erhalten Geretsrieder Bürger über das so genannte „Geretsrieder Modell“ ein Erstzugriffsrecht. Es wird ein vielseitiges Quartier – passend für jede Lebenssituation – entwickelt, mit einem gesunden Generationen-Mix, verschiedenen Wohnformen, unterschiedlichen Wohnungsgrößen sowie differenzierten Freiräumen für unterschiedliche Bedürfnisse.

Zusätzlich werden ein Haus für Kinder mit drei Krippen-, vier Kindergarten- und einer Hortgruppe, ein Boardinghouse mit ca. 140 Appartements sowie soziale Begegnungsflächen und eine Mobilitätsstation entstehen. Zur Erarbeitung möglicher Nutzungskonzepte für die sozialen Begegnungsflächen wurde ein fester Beraterkreis mit Vertretern lokaler Sozialverbände sowie der Stadt Geretsried etabliert und von Beginn an in die Planung einbezogen.

Die Sanierung der Adalbert-Stifter-Mittelschule.

Der Stadtrat hat sich für eine Sanierung der mittlerweile 40 Jahre alten Adalbert-Stifter-Mittelschule ausgesprochen. Im ersten Schritt soll hierfür ein an die Turnhalle angrenzender Erweiterungsbau errichtet werden. Sobald dieser fertiggestellt wurde, können die ersten Klassen aus dem Altbau ausgelagert und das Adalbert-Stifter-Schulhaus saniert werden. Nach Abschluss aller Vorplanungen soll der Erweiterungsbau ab April 2021 errichtet werden; die Inbetriebnahme ist für Schuljahresanfang 2021/22 vorgesehen.

Die Sanierung soll nach dem aktuellen Rahmenterminplan in zwei Bauabschnitten ab September 2022 bis Juni 2025 erfolgen.

Generalsanierung des Schulzentrums in der Adalbert-Stifter-Straße.

Die Generalsanierung des Schulzentrums ist bis zum Jahr 2025 angesetzt. Dabei erhält das ganze Areal mehr Kapazitäten, die Schulküche wird anders gestaltet, die Räumlichkeiten mit Innenausbau werden optimiert. Nicht zu vergessen ist der Aspekt der Barrierefreiheit. Insgesamt zwei Aufzüge sowie ein barrierefreier Zugang und die Erschließung der Pausenhöfe mit Rampen sorgen dafür, dass auch Menschen mit einer Gehbehinderung ungehindert ins Gebäude gelangen können.

Mehrfachturnhalle soll im Herbst 2020 fertig sein

Eine weitere Großbaustelle ist parallel der Neubau der Mehrfachturnhalle. Das mit 10 Millionen Euro veranschlagte Gebäude ist über ein Dach mit der bestehenden Dreifachturnhalle verbunden und hat ein Maß von 27 x 45 m. Schnell gelangen die Besucher über mehrere Zugänge auf die Tribüne, die genauso wie die Halleneinheiten durch Trennvorhänge abgeteilt werden kann. Das erhöht insgesamt den Schallschutz.

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich noch bis September 2020 andauern, dann stehen dem Schulzentrum Geretsried aber auch den Vereinen mehr Möglichkeiten für die Durchführung von Sport- und Trainingsstunden zur Verfügung.

Die Einhausung des Eisstadions.

Die Überdachung des Eisstadions wurde vom Stadtrat als zentrales Ziel formuliert, um den ursprünglichen Zustand des Stadions wiederherzustellen; aufgrund extremer Schneelast musste das Dach 2006 rückgebaut werden. Nach Vorbereitung des Bauantrages und Beauftragung der weiteren Planungsphasen kann ab 2019 gebaut werden. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2020 vorgesehen.

Mittagsbetreuungen in Modulbauweise an der Karl-Lederer- und Isardamm-Grundschule.

An den beiden Grundschulstandorten in Geretsried werden weitere Räume für die Mittagsbetreuungen in eigenständigen Gebäuden in Modulbauweise benötigt. Beide Erweiterungen erhalten nebst den nötigen Sanitärräumen je eine Teeküche sowie vier Gruppen- und einen Mehrzweckraum. Die Mittagsbetreuungen werden in erdgeschossiger Bauweise errichtet, beinhalten jedoch bei der Erstellung schon die Tragfähigkeit, bei Bedarf ein weiteres Geschoß aufnehmen zu können. Die Erschließung eines zweiten Stockwerkes wurde bereits bei der aktuellen Planung beachtet.

Momentan befinden sich beide Projekte in der Genehmigungs- und Ausschreibungsphase. Die Vorfertigung der Module soll nach erfolgter Submission und Vergabe noch 2019 starten. Die Fundament- und Erschließungsarbeiten sollen (je nach Witterung) ab Anfang des Jahres 2020 beginnen, mit anschließendem Aufbau der Moduleinheiten. Mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme der Mittagsbetreuungen ist zum Schuljahresanfang 2020/2021 zu rechnen.